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Oberaudorf und seine Geschichte

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Oberaudorf wurde 780 erstmals in einer Urkunde des Erzbischofs Arno von Salzburg als Urdorf erwähnt. Von Urdorf über Audorf zu Ober- und Niederaudorf war ein weiter, oft steiniger Weg ...

Fundstellen zur Geschichte: Audorfer Chronik Band I und II (erhältlich in der Tourist-Information der Gemeinde)


Kath. Pfarrkirche zu U. Lb. Frau, Oberaudorf
Anstelle der einstigen „hölzernen Basilika „ von 792 trat ein unbekannter romanischer Bau und schließlich Ende des 15. Jahrhunderts eine vermutlich doppelschiffige spätgotische Kirche mit einem älteren Turm. Apsis und Schiff bestehen in ihrem unteren Teil heute noch aus diesem Bauwerk, dessen Inneres und Fenster im 17. Jahrhundert barock gestaltet wurden. Durch Unglücksfälle und Kriege wurde diese Kirche in den letzten 500 Jahren fünfmal beschädigt oder fast zerstört. Immer wieder im Stil der jeweiligen Zeit erneuert bietet sie deshalb keine geschlossene Stilart. Die Neurenovierung  wurde 2001 abgeschlossen.

Evangelische Auferstehungskirche: geweiht 1958


Kloster Reisach: Das Karmelitenkloster Urfahrn (seit 1835 Kloster Reisach) ist eine Stiftung des Kurfürstlichen  Bräukommissärs Johann Georg von Messerer und wurde nach den Plänen des Münchener Hofbaumeisters Johann Baptist Gunetzrhainer erbaut (1737-1747). Baumeister waren Abraham Milauer und Sohn Philipp. Die künstlerische Ausstattung der Kirche, das wunderbare Hochaltarblatt und die Bilder der vorderen Seitenaltäre schuf der Münchener Hofmaler Balthasar Albrecht. Die übrigen vier Seitenaltäre stammen von Johann Baptist Straub, beim Skapulieraltar hat Ignatz Günter mitgewirkt.

Kath. Kirche St. Michael, Niederaudorf: Erstmals 1270 urkundlich erwähnt. Die romanischen Bauteile sind heute noch erkennbar. Im 15. Jahrhundert erhielt die Kirche einen spätgotischen Anbau. Im Jahr 1767 wurde die Dorfkirche wieder umgestaltet und erhielt einen wahrscheinlich von Franz Stitz geschnitzten Hochaltar.


Bergkirche St. Leonhard, Grafenherberg; am 19.09.1954 durch Weihbischof Johann Neuhäusler eingeweiht


Gnadenkapelle auf dem Nuslberg: Erste religiöse Verehrung seit dem 30-jährigen Krieg nachweisbar. Im 17. Jahrhundert Bau einer einfachen Holzkapelle. 1718 ließ sich der erste Einsiedler nieder und gründete die Klause. 1872/75 erfolgte der Neubau der Kapelle in Stein


St. Nikolauskapelle auf Seelacken (1937 geweiht)


Bergkirche St. Josef, Wall: Bereits um 1840 gab es in Wall eine kleine Holzkapelle. Am 1. Mai 1890 konnte die damals den Aposteln Jakobus und Philippus geweihte Kirche fertiggestellt werden. 1967 wird der hl. Josef Patron der Kiche

Geologie:
Das geologische Bett Oberaudorf ist 250 Millionen Jahre alt und umfaßt Trias, Jura, Kreide, Tertiär und Quartät. In den Ton-, Sand- und Kalkablagerungen finden sich häufig Versteinerungen, so etwa am Brünnstein Kalkrelikte des einstigen Korallenmeeres. Nach Klima-Abkühlung zu Beginn des Quartär (vor etwa 1.5 Mio Jahren) stießen die Alpengletscher mehrmals nach Norden vor. Wie ein gewaltiger Hobel formten sie die heutige Landschaft und hinterließen riesige Schutt- und Geröllmassen. Nach dem Abschmelzen des Inngletschers nach der Würmeiszeit vor ca. 12.000 Jahren stauten sich die Schmelzwasser als „Rosenheimer Seen". Dieser durchbrach bei Wasserburg die Endmoränen und entleerte sich als Innfluß.


Besiedelung:
Funde in der Tischofer Höhle bei Kufstein, am sog. Kulthügel (Schallerbichl) und der Luegsteinhöhle bei Oberaudorf belegen frühe menschliche Spuren im Inntal im 4. und 3. Jahrtausend v. Chr.. Illyrer und Kelten drangen nacheinander in das Inntal vor, um die Zeitenwende die Römer über die Alpen auf ihrem Zug nach Norden. Im 6. Jahrhundert n. Chr. nahmen die Bajuwaren das Tal in Besitz (Reihengräberfunde im nördlichen Ortsbereich). Die anwachsende Bevölkerung zwang die Siedler auf den Höhen Rodungen vorzunehmen. So wurde der ganze „Oberaudorfer Berg" bis hinüber zu Sudelfeld schon im Hochmittelalter mit Schweighöfen und Almwirtschaften besiedelt.


Innschifffahrt:
Nachweislich benutzten schon die Römer den Inn als Verkehrsweg. Den großen Aufschwung erlebte die Innschifffahrt im Mittelalter. Innschiffe transportierten mannigfaltige Güter, kaiserliche Truppen und sogar den Hofstaat flußauf und flußab. Der rege Schiffsverkehr prägte bis in 19. Jahrhundert zunehmend die wirtschaftliche Entwicklung der Innorte. Mit dem Bau der Eisenbahn 1858 kam die Innschifffahrt rasch zu Erliegen.
Die Auerburg:
Erstmals erwähnt wird die Auerburg im Teilungsvertrag von 1329 zwischen Kaiser Ludwig dem Bayern und den Söhnen Herzog Rudolfs. Mit der Auerburg wollte der Kaiser eine Bastion schaffen, zwischen der südlich gelegenen Thierburg und der niederbayerischen Burg Kirnstein im Norden. Als Höhenburg von zwei Seiten durch steile Felswände geschützt, entsprach sie mit nordseitiger Zugbrücke, Palas, Bergfried, zwei Wachtürmen, Wehrgängen und Burghof einer Festung mittlerer Größe. Besitzerwechsel und kriegerische Angriffe führten zu Veränderungen, bis sie im Österreichischen Erbfolgekrieg 1743 durch österreichische Truppen erobert und später geschleift wurde. An den Burgruinen sind Gebäudeumrisse ablesbar.


Tourismus:
Alles begann mit dem Ausbau einer Felsenklause zur Gaststätte. Als 1809 der Webermeister Seywald die Klause an der Luegsteinwand erwarb und umbaute, kamen bald auch bekannte Persönlichkeiten zum „Weber an der Wand". Ein weiterer Anziehungspunkt für Wanderer und Erholungssuchende wurde oberhalb von Oberaudorf die Berggaststätte „Zum Feurigen Tatzlwurm". Ludwig Steub und sein Künstlerkreis unterstützten nachhaltig die Eröffnung im Jahr 1863. Um die Jahrhunderwende war es vor allem der rührige Apotheker Carl Hagen, der neue Impulse gab, und die zunehmende Beliebtheit des Wintersports erkannte. Der organisierte Tourismus begann sich in den dreißiger Jahren zu entwickeln und begründet Oberaudorfs Ruf als ältester und bedeutendster Fremdenverkehrsort im Bayerischen Inntal

Kontext

Essen & Trinken

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